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Drucker für Inkjet-Fineart-Printing mit Pigmenttinten

Der Canon W6200 ist ein Pigment-Tinten-Rollendrucker speziell für die professionelle Fotowiedergabe:
- Papierformate maximal 24'' Druckbreite Formate bis A1+ bei max 1.200 bis 1.200 dpi
- Papiergewichte bis Dicke >0,5 mm
- 6 farbig 7.680 Düsen im Druckkopf
- Druckgeschwindigkeit: 1,5 (Entwurf) bis maximal 11 (Foto) Minuten bei A1
- UVP zum Zeitpunkt der Produktvorstellung 3.070,- Euro
(Link: Canon-Seite für den W6200 Drucker)

Inzwischen wurden von Canon Nachfolger für diesen Drucker vorgestellt (siehe Artikel 20.5.2005):
den Canon imagePROGRAF W6400 / Canon W8400 (mit 24-Zoll / 44-Zoll Druckbreite)
mit verbesserten technischen Daten und erweiterter Software-Ausstattung (siehe Artikel 16.5.2005).
Ein Praxistest in der Redaktion konnte leider nicht organisiert werden.
 
   Canon W6200 - Praxistest

Ganz klar für das Portrait- oder Gesellschaftsfotostudio konzipiert ist der neue Canon W6200 Rollendrucker (maximale Papierbreite 24 Zoll / 610 mm). Er druckt ausschließlich mit Canon Pigment Tinten (Farbstabilität bis zu 100 Jahren) und das in einer Auflösung von 1.200 x 1.200 dpi. Insgesamt 7.680 Druckdüsen im ein Zoll Druckkopf (1.280 pro Farbe aus 130ml großen Tintentanks) in sechs Farben (incl. Foto-Cyan und Foto-Magenta) bedrucken ein breites Spektrum an Medien bis zum Format A1+.

Dieser Drucker stellt für jedes Fotostudio ein ideales Produktions-Angebot dar: denn endlich kann der Fotograf wieder selbst 'Hand an seine Farbbild-Produktion legen' und hat die vollständige digitale Bild-zu-Bild Produktionskette wieder (zurück) im eigenen Haus. Genauso wie ehemals im eigenen Fotolabor kann er selbst auch bei der digitalen Fotografie sein kreativ, individuelles Bild gestalten und produzieren. Unabhängig von den Finisher-Lieferzeiten und -Qualitäten kann er so seine High-End-Ausarbeitung insbesondere für die großen Formate selbst erledigen. Eine ideale Ergänzung zum digitalen Minilab und dessen üblicher Formatbegrenzung auf 30er Papierbreiten. Oder bei entsprechender Software-Ausrüstung (für das Nesting / Aneinanderreihen kleinerer Formate zur Auslastung der Rollenpapierbreite) auch als ausschließliche Produktionsmaschine für alle Bilder. Dieser Drucker ist nicht geeignet für die Amateurbildproduktion (zuviel Handarbeit beim Schneiden der kleinen Formate) - dafür aber besonders wirtschaftlich für ein Fotostudio, das hauptsächlich die üblichen Postkartenserien, Leporello-Formate und die größeren Präsentationsformate bis 60 x 80cm anbietet.

Der Canon Drucker W6200 wird auf einem stabilen Untergestell montiert und benötigt ca. 1-2 Quadratmeter Stellfläche vor allem auch für das Hantieren mit den Rollenmaterialien. Angeschlossen wird der Drucker in der Standardausstattung via Ethernet Netzwerk; optional gibt es auch eine USB 2.0 HiSpeed oder eine IEEE 1394 Firewire Schnittstelle. Diese sind vor allem für diejenigen Betriebe zu empfehlen, in denen kein detailliertes Fachwissen für PC Netzwerke vorhanden ist. In der Praxis ist es sicher in vielen Betrieben wesentlich einfacher den Drucker fest (via USB oder Firewire) mit einem eigenen, separaten PC oder Mac Rechner zu verbinden und die zu druckenden Bilder dorthin via CD oder Speicherkarte zu transportieren, als sich mit DHCP-IP/TCP Adressierung in Netzwerken herzumzuplagen.

Herkunft unverkennbar: LFP
Canons Foto-Pigmentdrucker W6200 stammt produktionstechnisch aus dem professionellen Großformatdruck. Das hat Vorteile und Nachteile zugleich. Die Vorteile sind die absolut hochwertige mechanische und elektronische Verarbeitung; ausgelegt für Dauerbetrieb (!), Massendurchsatz, härtesten Produktionsalltag besticht dieser Drucker geradezu mit seinen Hardware Qualitäten. Da ist kein Detail oder Bauteil klapprig konstruiert oder nur mit Fingerspitzen bedienbar; im Gegenteil: Papierspannvorrichtung, Papierführung, Walzentransport, Tintenführung usw. machen einen ausgesprochen robusten Eindruck und sind ausgelegt für langjährigen, störungsfreien Praxiseinsatz.

Die (gegenwärtig noch vorhandenen) Nachteile sind allesamt behebbar und ebenfalls in der Herkunft des Druckers aus dem Large Format Printing Bereich (LFP) begründet. Es sind die Software-Treiber die offensichtlich erstmal (nur) entsprechend aus der im LFP-Segment üblichen Bedienungssoftware entlehnt sind - jedoch in der Praxis den handwerklichen Berufsfotografen hart herausfordern.

Es ist dabei nicht so, dass das Drucken nicht oder schlecht funktioniert; nur es ist einfach mit der vorhandenen Software noch viel zu kompliziert und wenig auf die Bedürfnisse des Fotografen ausgerichtet. Da der Fotograf keine bautechnischen Zeichnungen oder Konstruktionspläne drucken will, da er nicht mit vier verschiedenen Druckqualitäten (Entwurf, Standard, Hoch und Fein) umgehen wird und auch das Formatangebot mit über 15 Größen reichlich überdimensioniert ist - kann er sich leicht in den (Un)tiefen der gegenwärtig mitgelieferten Software verstricken.

Canon muss - will es das Engagement im professionellen Foto-Pigment Inkjet Druck ernst nehmen - für diesen Drucker schnellstmöglich weitere, fotografisch orientierte Software (verständlichere Treiber) nachliefern.

Farbmanagement - das endlose Thema
Unabhängig von den Qualitäten des Druckers bleibt ja für jeden Betrieb das 'sumpfartige' Thema Farbmanagement, Farbkalibrierung bestehen. Und das Erlebnis je tiefer man in diese Problematik eindringt, um so weniger Klarheit zu bekommen und allmählich mit immer weicheren Knien inmitten einer seltsamen Welt von soft- oder hardware kalibrierten Monitoren, ColorSync, ICC-profilierten Workflows und sonstigen Widrigkeiten zu versinken.

Erfreulich, dass da dieser Canon Drucker schon in seinen Standard-Einstellungen (sofern man nicht für jeden Druck irgendwas im Treiber verstellt..) Bild für Bild Farbneutral und vor allem Wiederholungskonstant ausgibt. Also ein auf visuell-handwerklicher Erfahrung basierendes Hau-Ruck-Farbmanagement möglich ist, das - entgegen aller Kalibrierungsschulmeisterei - wie folgt funktioniert.

Ein gutes Digitalbild wird (mit den Standard Einstellungen von PC-Monitor, Bildbearbeitungsprogramm und Drucker) gedruckt und mit dem eigenen, erfahrenen Fotografenaugen angeguckt. Wenn möglich bitte bei Tageslicht! Die Überraschung: bereits dieses erste Bild ist ziemlich gut. Alle jetzt vielleicht noch erforderlichen Farb-, Helligkeits- oder Kontrast- Veränderungen für einen zweiten perfekten Druck macht man 'zu Fuss' im Bildbearbeitungsprogramm nach Erfahrung (also grüner, wenn's grüner sein soll und röter wenn's röter sein soll, oder entsprechend dunkler und heller was ja wesentlich einfacher ist..). Punktum - das war's! Finger weg von Kalibrierung und Profilen - vor allem wenn man nicht absolut sicher ist, was man da tut.

Canon Pigment-Tinte
Die Qualität der Canon-Pigmenttinten verdient hierfür gute Noten. Auch unter unterschiedlichen Lichtquellen (Tageslicht, Leuchtstoffröhren, Halogen-Lampen) verändern sich die Farben nicht zu stark (Metamerie) wobei der Pigmentdruck den Vorteil der höheren Haltbarkeit gegenüber den farbstoffbasierten Tinten stets mit einem etwas kleineren Farbraum bezahlt. Die Canon 'Microfine Droplet Technology' bedeutet auf jeden Fall einen erfreulich geringen Tintenverbrauch mit Farbtintentröpfchengrößen von nur 8 Picoliter. In der Praxis spürbar mit hoher Wirtschaftlichkeit. Microchips in jeder Farbkassette überwachen den Tintenstand und erlauben die intelligente, software-überwachte Verwendung der separaten 130ml Tanks bis auf den letzten Tropfen. Kaum zu glauben - dennoch im Test bewiesen: ohne sichtbare Bildfehler setzt der, beim Wechseln einer restlos aufgebrauchten Kartusche mitten in einem Bild stehengebliebene, Druckkopf tatsächlich seine Arbeit fort.

Phantastische Materialien für den Druck
Ein deutlicher Vorteil des Inkjet-Drucks ist die Vielzahl der für das Bedrucken zur Verfügung stehenden Materialien - nicht zuletzt auch ein hervorragendes Instrument zum Hochverkaufen. Aber auch hierbei "ist noch kein Meister vom Himmel gefallen". Was bedeutet, dass es jeweils doch einige Lern- und Lehrmonate dauert, bis der Umgang mit diesen Spezialmaterialien, z.B. wie großvolumigen Hadernpapieren oder Leinen/Canvas gelingt. Für den Start tut man sicher gut daran, - trotz der angebotenen faszinierenden Vielfalt - sich zuerst auf ein einziges Material zu konzentrieren und mit diesem (üblicherweise Foto-Glanzpapier) so lange zu üben, bis man die Feinheiten und Eigenschaften dieser Drucktechnologie beherrscht. Dann aber stellen beispielsweise die matten Edeldruck-Papiere von Canon oder die FineArt-Edeldruckpapiere aus der faszinierenden Intelicoat Magiclée-Serie eine spannende Herausforderung an jeden Fotografen dar. Das haptische (anfassbare) Erlebnis ein Bildnis auf 300 bis 400 g/qm schwerem Papier gedruckt in die Hand zu nehmen ist faszinierend; die Fotografie rückt damit in die Nähe der künstlerischen Edeldruckverfahren und gewinnt enorm an Wert und Ausstrahlung.

Ein erstes Fazit
Insgesamt lohnt sich deshalb (kreativ, wirtschaftlich und für die eigene Weiterbildung) für jeden Berufsfotografen die intensive Beschäftigung mit dem Thema "Professioneller Inkjet-Druck mit Pigmenttinten". Der Canon W6200 ist hierfür mit Sicherheit keine Fehlinvestition. Die eigene Produktionsweise bleibt mit diesem Drucker durch moderne Digitaltechnik bei den Arbeitsabläufen stets bis in feinste Nuancen perfekt - das digitale Bild kommt von seiner Aufnahme bis zur Ausgabe technisch und kreativ zurück in die Kontrolle des Fotografen. Gegenüber dem Kunden müssen bei der Qualität und schon gar nicht bei der Haltbarkeit keine Abstriche gemacht werden und die fotografischen Pigment-Drucke können guten Gewissens verkauft werden. Je nach Betriebsgröße oder -Struktur ergeben sich dabei auch bei der Wirtschaftlichkeit gute Umsatzchancen mit der Erweiterung großformatiger Bildproduktion. Flexible, schnelle Lieferzeiten sind ein weiteres Argument. Und neue, zusätzliche Möglichkeiten - etwa die Integration von Text im Bild z.B. für Kleinserien von Plakaten - tun sich hier auf...

Peter Walz
 

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