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Drucker für Inkjet-Fineart-Printing mit Pigmenttinten
 
Hewlett-Packard bietet mit der Designjet Familie 30/130 zwei preisgünstige Drucker für Grafik und Foto.

Diese Serie ist mit ihrem Farbsystem CMYK+ speziell für den Fotomarkt konzipiert und ist mit ihrem modularen Tintensystem, wie auch der Haltbarkeit der farbschönen und deutlich verbesserten "dye-based" Tinten (über 70 Jahre auf HP PremiumPlus Photopapier glossy oder seidenmatt/satin) zu einer preisgünstigen Alternative. Der 30er (A3+) und der 130er Drucker (A1+) unterscheiden sich technisch nur in der maximalen Druckbreite)

- Papierformate bis zu 24'' Druckbreite bis A1+ (beim Designjet 130) bei 2.400 x 1.200 dpi
- Papiergewichte bis zu 300 g/qm
- 6 farbig (bis zu 69 ml Tanks)
- Druckgeschwindigkeit bis zu 6 Minuten pro Seite A3
- Kosten Start bei unter 1.000 Euro
(Link: HP-Seite für die Designjet Familie 30/130)
 
   HP Designjet 30 - Praxistest

Alle HP Drucker bleiben in ihrer Welt. Wer schon mal einen anderen Drucker dieses Herstellers (einer der größen Druckerhersteller überhaupt) sein eigen nannte, findet sich auch in der Designjet Serie sofort zurecht. Die Geräte muten schon beim Auspacken stets etwas amerikanisch klapprig an; spätestens, wenn sie nach vielen Jahren immer klaglos und problemlos (!) noch ihren Dienst tun, hat man dies längst vergessen. (So läuft in der image-scene Redaktion beispielsweise ein Inkjet 2250 Drucker von HP seit vielen Jahren mit über 50.000 Drucken noch immer reibungslos).

Die Designjet Familie (speziell Modell 30 und 130) wurden eigens für Grafik- und Fotoanwendungen konzipiert. Die Proof und Druckvorstufenanwendungen dieser Drucker und die dabei üblichen RIP-Anwendungen interessieren uns an dieser Stelle mal nicht so sehr. Wir betrachten an dieser Stelle vor allem die Eigenschaften für gute Fotos und künstlerische Grafik!

Die Geräte entstanden dabei nicht völlig neu, sondern basiseren auf einer langen kontinuierlichen Entwicklung und Erfahrung von HP mit Vorläufer Designjet Modellen wie ColorPro GA, oder der 10/20/50er Serie. Verbessert wurden - mit einem deutlichen Sprung nach vorne in die Spitzenklasse beim Grafik- und Fotodruck - vor allem die Tinten. HP bietet endlich mit seinen neuen Dye-Tinten für die 30/130er Serie außergewöhnlich schöne und leuchtkräftige Farben. Anders als Pigmenttinte ist Dye-Tinte nur in der Kombination mit speziell dafür (z.B. mit Fixierstoffen in den Materialschichten) geeigneten Papieren ebenfalls jahrzehntelang haltbar. HP bietet deshalb (wenn diese Langzeitanforderungen bestehen) spezielle Papiere an und garantiert ebenfalls Haltbarkeiten bis zu 60-70 Jahren. (Diese Werte werden durch Intensivbestrahlung durch UV-Lampen simuliert und ermittelt).

Der Sechsfarbendrucker (sechs Farben, sechs getrennte Druckköpfe) besticht vor allem durch seine Wirtschaftlichkeit. Sparsam im Verbrauch produziert er klaglos Blatt für Blatt A 3 große Grafiken oder Fotos (das größere Modell 130 besitzt sogar eine Rollenpapier-Einheit für das Großformat A1 +) auf unterschiedliche Papierarten. Wir haben die neuen HP Farben auf matten Magiclée-Papieren von Intelicoat getestet und traumhaft schöne Ergebnisse erzielt. Verwendet wurde das hochweisse Poster-Firenze für Druckgrafiken mit Vollfarbtönen und Verona für Fotos. Verantwortlich ist dafür vermutlich HP's eigene Technologie die Tinte auf den Bedruckstoff (Papiere, Folien, Leinen etc.) zu bringen mit dem Namen "Color Layering Technology". Dabei werden Tintentröpfchen nicht nur winzig fein versprüht, sondern kontrolliert überlagert. Was weitere Schattierungen und Farbnuancen (vor allem in Verbindung mit den neuen, zusätzlichen Magenta- und Cyan-light Tinten) bringt. Deren Verbrauch auch dann in der Praxis deutlich höher ist, als bei den anderen Farben!

Eine Einschränkung gibt es: bei den großen, schweren Einzelblattformaten muß man schon genau und sehr sorgfältig die Blattware einlegen - aber auch bei jedem Druck bedenken, daß diese Drucker nur ca. ein Viertel des Preises anderer FineArt-Drucker kosten. Wer also da nicht tag-und-nacht im Dauerdruckstreß steht und diese Leidenschaft nur gelegentlich privat betreibt und auch nicht unbedingt nach 70 Jahren noch im internationalen Kunstmarkt gehandelt werden will - sollte sich die HP Designjets schon mal näher betrachten.

Treiber und Software - oft die Stiefkinder jedes Druckers sind bei HP ausgereift und zuverlässig. Wobei wir uns (aufgrund jahrelanger leidvoller und teuerer Erfahrung) neuerdings von allen Kalibrierungs- und Farbmanagement Abenteuern fern halten und nach Sicht bei nur jeweils weing veränderten Grundeinstellungen (matt oder glänzend beim Material sollte man schon beachten..) jeweils nur nach Sicht arbeiten. Es wurde also mit den Treiber Standardeinstellungen nach dem Aufbau des Druckers ein Print auf das gewählte Papier gemacht und dann solange im Photoshop bearbeitet, bis das Ergebnis den Betrachter zufrieden stellte. Frei nach dem Motto: der Wurm muß dem Fisch schmecken und nicht dem Angler ist dies sicher weit entfernt von dem, was viele schlaue Farbmanagement-Bücher schreiben. Führt jedoch (im Gegensatz zu vielen, vielen anderen Erklärungsversuchen) wenigstens an einem Abend zu einigen schönen Bildern.. Was will man mehr!

Wichtig ist übrigens - ein Zubehör, das die Druckerhersteller gleich mitliefern sollten - die "Pflanzenlampe". Also eine Tageslicht-ähnliche Sparlampe (aus der Pflanzenabteilung des nächstgelegenen Baumarktes) die dafür sorgt, dass diejenigen Bilder, die man abends bei künstlichem Licht printet nicht am nächsten Morgen bei Tageslicht völlig anders aussehen. Dieser Effekt (auch Metamerie genannt) ist zwar bei den neuen Tinten von HP längst nicht mehr so deutlich feststellbar wie bei den früheren Generationen der 10/20/50er Serie; ist jedoch grundsätzlich bei allen Farbdruckverfahren aller Hersteller und Systeme als physikalisches Grundprinzip nicht zu vermeiden.

Fazit: Für den preisgünstigen Einstieg in das FineArt Printing bietet HP (trotz der erwähnten Haltbarkeitseinschänkungen) mit den 30/130er Designjet Druckern und ihren sehr guten Tinten ein leistungsfähiges und empfehlenswertes Angebot.

Peter Walz

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